 Angeborenes Lymphödem bei 6-jährigem Mädchen |
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Lymph- und Lipödeme
Einleitung Schwellungen der Beine werden außerordentlich häufig beobachtet und sind teilweise den Befindensstörungen, teilweise einer behandlungsbedürftigen Krankheit zuzuordnen. Sie haben die unterschiedlichsten Ursachen. Oft liegt eine Venenkrankheit zugrunde. Das idiopathische Ödem der Frau steht mit hormonellen Einflüssen in Zusammenhang. Die hydrostatischen Ödeme beruhen einerseits auf der hohen Beanspruchung durch langes Stehen, andererseits auf Fehlbildungen der Füße oder Erkrankungen der großen Gelenke und der Wirbelsäule. Entstehung Die chronischen Ödemkrankheiten zeichnen sich dadurch aus, daß die Ödeme relativ eiweißreich sind. Das Lymphödem beruht auf einer Abflußstörung der Gewebsflüssigkeit in den Lymphgefäßen. Beim Lipödem wird das Gewebewasser durch das Fettgewebe festgehalten. Klinisches Bild und Diagnostik Der Arzt stellt die Diagnose aufgrund des typischen Erscheinungsbildes und des Tastbefundes. Die Haut läßt sich nicht von der Unterlage abheben und bildet atypische Fältelungen. Das primäre Lymphödem ist einseitig oder zumindest seitendifferent ausgebildet. Meistens entsteht es bei Frauen in der Pubertät oder nach der Gravidität, manchmal aber erst im mittleren Lebensalter. Es gibt auch angeborene Formen. Die stärkste Ausprägung findet sich am Fuß und besonders an den Zehen. Hier sind wulstige Querfalten ausgebildet (Stemmer´sches Zeichen). Das schwerste Krankheitsstadium wird als Elephantiasis bezeichnet. Das sekundäre Lymphödem hat einen ganz anderen Charakter. Es entsteht nach der operativen Entfernung oder bei der Beteiligung von Lymphknoten im Rahmen einer systemischen Allgemeinkrankheit. In der Regel bleiben die Zehen hierbei frei. Zur Abklärung der Ursache muß eine genaue körperliche Untersuchung des Patienten vorgenommen werden. Lipödeme sind konstitutionell bedingt. Wie schon der Name sagt, finden sie sich bei Adipositas und insbesondere bei Frauen. Die Ansammlungen von Fettgewebe sind an den Hüften, an den Innenseiten der Knie und unterhalb der Außenknöchel ausgeprägt. Typisch ist der ringförmige, manchmal überhängende Kragen rund um die Fessel. Die Veränderungen bilden sich nach der Pubertät im Laufe von Jahren aus. Therapie Wenn die Therapie rechtzeitig einsetzt, läßt sich die klinische Manifestation des Lymphödems hinausschieben oder sogar verhindern. Aber auch in den fortgeschrittenen Stadien kann eine entscheidende Besserung der Symptome durch konservative Maßnahmen erzielt werden. An erster Stelle stehen hier die Behandlung mit Kompressionsstrümpfen und mit der manuellen Lymphdrainage. Beim Lipödem bietet sich heute die Liposuktion (Absaug-Operation) an, die sowohl die medizinischen als auch die ästhetischen Probleme zu lösen vermag. Komplikationen Die größte Gefahr ist das Erysipel (Wundrose), eine hochfieberhafte Infektion der Haut mit Schüttelfrost und einer ausgeprägten, schmerzhaften Rötung. Die Behandlung erfolgt sofort mit Penicillin. Durch das Erysipel kann eine richtungsgebende Verschlimmerung des Lymphödems eintreten. Lebensregeln Die Lymph- und Lipödeme erfordern zunächst eine Umstellung der Lebensweise. Es ist auf ein normales Körpergewicht zu achten. Im Rahmen der Möglichkeiten ist die sportliche Betätigung sinnvoll, richtet aber an der Ausprägung der Ödeme nichts aus. Überaus sorgfältig müssen Schrunden und Hautpilze in den Hautfalten und zwischen den Zehen vermieden werden. Sie gelten als Eintrittspforte für die Erreger der gefährlichen Wundrose. Deshalb dürfen Patienten mit chronischer Ödemkrankheit nirgends barfuß gehen, wo auch andere Menschen herumgehen, auch nicht zu Hause im Badezimmer. Eine Ausnahme ist lediglich der Meeresstrand. Auch andere Verletzungen und der Sonnenbrand sind peinlichst zu vermeiden. Weiterführende wissenschaftliche Literatur Hach W (1978) Chronische periphere Ödeme. Schattauer, Stuttgart Hach-Wunderle V (1993) Die Prinzipien der Kompressionstherapie. Dtsch Apotheker-J 15:58-63 Hach W, Hach-Wunderle V (2001) Die Kompressionstherapie in der Chirurgie der primären Varikose. Gefäßchirurg 6:47-53 Hach W, Hach-Wunderle V. Primäre und sekundäre Lymphödeme. Gefässchirurgie 2004; 9:54-63 Hach-Wunderle V (2004). Gefäße. In Renz-Polda H, Krautzig S, Braun J. Basislehrbuch Innere Medizin. 3 Aufl. Urban und Fischer. München Jena S193-254 Hach W, Gruß J, Hach-Wunderle V, Jünger M (2005). VenenChirurgie. Schattauer. Stuttgart New York |
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