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Primäre Varikose




Einteilung einer Stammvarikose der V. saphena magna in 4 Stadien aufgrund der topografischen Lokalisation des distalen Insuffizienzpunktes . Der distale Insuffizienzpunkt bezeichnet die Stelle, wo der proximale variköse Anteil der Stammvene in den distalen suffizienten Abschnitt übergeht. Er ist auch obligatorisch durch den Abgang einer Seitenastvarikose charakterisiert. Im Stadium I liegt er in der Leistenregion und ist typisch für die Seitenastvarikose der V. saphena accessoria lateralis. Beim Stadium II befindet er sich am Oberschenkel, im Stadium III am Unterschenkel und im Stadium IV am Fuss. In entsprechender Weise hat die V. saphena parva 3 Stadien.
Aufgrund der Stadieneinteilung ist die partielle Saphena-Resektion nach Hach mit Bewahrung des suffizienten Segments der Stammvene als potentielles Transplantat in der Chirurgie der koronaren Herzkrankheit und der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit möglich geworden.



Inkomplette Stammvarikose der V. saphena magna vom Dodd´schen Perforanstyp. Die Einteilung der Stammvarikose in komplette und inkomplette Formen erfolgt durch die topografische Lokalisation des proximalen Insuffizienzpunktes . Bei der kompletten Form befindet er sich in der Leiste. Aber die variköse Degeneration der Stammvene kann auch erst weiter distal am Bein durch eine insuffiziente V. perforans entstehen. Dann wird von der inkompletten Stammvarikose vom Dodd´schen, Hunter´schen, Boyd´schen oder dorsalen Typ gesprochen. Im Bereich der V. saphena parva gibt es den May´schen Typ.

Die Operation der inkompletten Stammvarikose bedarf einer speziellen Technik. Deshalb sollte die topografische Situation durch die präoperative Phlebographie präzisiert werden.



Sogenannte Rezidivvarikose durch das inguinale Varizenbeet. Darstellung durch farbkodierte Duplexsonographie im Längsschnitt (a) und im Querschnitt (b). Die Stelle der Saphena-Ligatur an der Einmündung in die V. femoralis communis ist deutlich abgrenzbar und absolut regelrecht. Oberhalb davon sind verzweigte Krampfadern mit Turbulenzen durch den Preßversuch abzubilden. Die Situation entsteht dadurch, daß der Chirurg die in die Krosse einmündenden Seitenäste hinter ihrer ersten Aufteilung belassen muß. Ein Netz von kleinen varikösen Seitenästen bleibt also bei der Operation bestehen. Es hat überhaupt keine klinische Bedeutung, auch nicht in ästhetischer Hinsicht. Die Ausweitung der Operation mit Einbeziehung dieser kleinen Gefäße wäre auf keinen Fall gerechtfertigt.

„Rezidivvarikose“ ist ein vieldeutiger Begriff, der vom Phlebologen spezifiziert wird. In der Leiste gibt es das „inguinale Varizenbeet“, das keine klinische Bedeutung hat und einfach in der Anatomie des Venensystems mit seinem netzartigen Aufbau begründet ist.

Die zweite Form erscheint als „belassener Saphena-Stumpf“. Hier muss insofern eine fehlerhafte Operation erfolgt sein, als die Krossektomie unvollständig blieb. Die Zweitoperation ist notwendig, entweder nach der Methode von Hach oder von Li.

Neuerdings wird auch die „Angioneogenese“ diskutiert. Vom Endothel des Stumpfes der V. saphena magna aus sollen sich kleinste Gefäße entwickeln, die sich mit der Duplexsonographie nachweisen lassen.

Daraus ergibt sich die praktische Konsequenz, dass vor jedem Zweiteingriff wegen einer Rezidivvarikose in der Leiste die phlebographische Dokumentation erfolgen sollte, zumal die Operation mit einem erhöhten Risiko der Nebenverletzungen belastet ist.






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