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In Böhme G. Die Frankfurter Gelehrtenrepublik.
Schulz-Kirchner. Idstein S 133-66

Paul Ehrlich und der Sieg über die Syphilis

von Wolfgang Hach


Paul Ehrlich gehört zu den ganz großen Forschern, denen die Menschheit den Sieg über die Seuchen zu verdanken hat. Mit der Erfindung von Salvarsan war erstmals die Heilung der Syphilis möglich geworden. Heute kann sich niemand von dem furchtbaren Verlauf der Krankheit eine Vorstellung machen. Der Patient mußte ein jahrelanges Martyrium überstehen, bevor ihn der Tod erlöste.

Die Syphilis wurde von Kolumbus und seiner Schiffsbesatzung aus Westindien nach Spanien eingeschleppt. Die Krankheit verbreitete sich explosionsartig über Europa und drang in allen Gesellschaftsschichten ein. Für die größte Verbreitung sorgten die Kriegszüge mit ihren Greueltaten. Aber auch die Prostitution und das freizügige Leben an den Höfen trugen dazu bei. Die Behandlung mit Quecksilberpräparaten und die Schwitzkuren waren heroisch.

Nach der Entdeckung der Spirochaeta pallida und der Wassermann´schen Reaktion setzten intensive Forschungen zur Therapie ein. Ehrlich hatte das Konzept der Seitenkettentheorie aus der Farbstoffchemie abgeleitet. Das führte schließlich zur systematischen Bearbeitung von Arsenverbindungen. Im Königlichen Instituts für experimentelle Therapie in Frankfurt am Main hatte Ehrlich optimale Bedingungen für die wissenschaftlichen Arbeit. Am 2. Juni 1909 wurde das Präparat 606 synthetisiert, Salvarsan. Paul Ehrlich wurde mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.


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