zur Liste | Literaturverzeichnis
Festvortrag auf dem Kongress für Mini-Chirurgie am 29.02.2008 in Frankfurt am Main

Heinrich Hoffmann (1809-1894) – sein Frankfurt und seine Medizin

von Wolfgang Hach und Viola Hach-Wunderle


Natürlich, Heinrich Hoffmann ist der Vater des Struwwelpeter, den wir und unzählige Eltern auf der ganzen Welt den Kindern vorgelesen haben. Aber Heinrich Hoffmann war auch ein großartiger Arzt. Für unsere Heimatstadt Frankfurt gilt er als Reformator der Sozialmedizin. Vor allem die Psychiatrie hat unter seiner ärztlichen Leitung den Weg in eine moderne Zukunft angetreten. Aus seiner Klinik gingen später so berühmte Psychiater wie Alois Alzheimer (1864-1915) und Franz Nissl (1860-1919) hervor. Seine Zeit, sein Leben und sein Werk sollen in aller Kürze nachgezeichnet werden.

Abb. 1. Heinrich Hoffmann anno 1883. Lithographie von Valentin Schertle






Kindheit und Jugendzeit

Heinrich Hoffmann war ein echtes Frankfurter Kind. Sein Vater hat es hier bis zum Inspektor des Wasser-, Wege- und Brückenbaus gebracht. Heinrich wurde 1909 im Bierhaus Zum Taunus in der Bockenheimer Straße geboren. Seine Mutter starb ein halbes Jahr später. Der Vater heiratete die Schwester seiner verstorbenen Frau, und sie war dem Jungen zeitlebens wie seine richtige Mutter mit aller Liebe zugetan.

Abb. 2. Frankfurter Geburtshaus von Heinrich Hoffmann in der Bockenheimer Straße, Bierhaus Zum Taunus.

Die ersten Stadtschulen wurden in Frankfurt erst um 1820 gegründet. So erhielt Heinrich zunächst Privatunterricht. Aber dann hat er das Gymnasium zum Abschluss gebracht.

Studium und Weiterbildung

Frankfurt hatte im 19. Jahrhundert noch keine Universität. Deshalb begann Hoffmann das Studium der Medizin 1829 in Heidelberg. Im Jahre 1832 wechselte er bis zum Examen nach Halle um. Anschließend erhielt er ein Stipendium für die Weiterbildung in Paris, einem der damaligen medizinischen Zentren in Europa. Dort lehrten Dupuytren, Roux und Lisfranc, um nur einige der berühmten Professoren zu nennen.

 Das Frankfurter Gesellschaftsleben

1834 kehrte Hoffmann aus Paris nach Frankfurt zurück. Jetzt begann für ihn eine „absonderliche Liebhaberei“, die Gründung von allerlei Vereinen. Dazu gehörte „Die Gesellschaft der Tutti Frutti und ihre Bäder am Ganges“. Damit die langen Titulaturen der hochrangigen Künstler, Wissenschaftler und Politiker wegfallen konnten, musste sich jedes Mitglied den Namen einer Frucht zulegen. Hoffmann nannte sich Zwiebel.

Dann kam 1848 die Französische Revolution und schwappte nach Deutschland über. In Frankfurt trat bald darauf das Vorparlament zusammen, dem auch Hoffmann angehörte. Beim Einzug in die Paulskirche am 18. Mai 1848 stand er in den Reihen der Revolutionäre. Aber später hat er sich vollständig aus der Politik zurückgezogen.

Der Struwwelpeter

Zu Weihnachten 1844 suchte Hoffmann für seinen 3-jährigen Sohn Carl ein Bilderbuch, fand aber nichts Geeignetes. Da nahm er ein leeres Schreibheft nach Hause, um selbst ein Buch zu schreiben, den Struwwlpeter.

Sieh einmal, hier steht er.
Pfui! Der Struwwelpeter!
An den Händen beiden
Ließ er sich nicht schneiden

Abb. 3. Der Struwwelpeter. Ausgabe 1844

In den späteren Ausgaben kamen die anderen nicht weniger bekannten Geschichten hinzu. Der Struwwelpeter wurden in viele Sprachen der ganzen Welt übersetzt. Noch bis ins hohe Alter hat Hoffmann an neuen Kinderbüchern gearbeitet.

De Phlegmasia alba

1834 kehrte Hoffmann von seiner Pariser Bildungsreise nach Frankfurt zurück und absolvierte vor den Frankfurter Stadtärzten seine Dissertation über die Schwangerschaftsthrombose. Die Arbeit ist in lateinischer Sprache abgefasst und umfasst 63 Seiten. Das Krankheitsbild wurde klinisch mit größter Genauigkeit beschrieben, über Ätiologie und Pathogenese gab es aber noch sehr unklare wissenschaftliche Vorstellungen.

Abb. 4. Promotionsarbeit von Heinrich Hoffmann De Phlegmasia alba anno 1834

Die Armenklinik in der Meisengasse

Im ausgehenden Mittelalter lebte die einfache Bevölkerung in einem unvorstellbaren Elend. Aber es gab auch karitative Einrichtungen. In Frankfurt entstand 1531 der Allgemeine Almosenkasten, ab 1735 auch Kastenamt genannt. Der Almosenkasten sollte die Ärmsten der Armen mit Lebensmitteln, Brennholz und Kleidung versorgen. Auch die Geisteskranken gehörten in die Zuständigkeit des Amtes. Aber dem Almosenkasten standen nur wenige Gelder zur Verfügung. Jedenfalls blieben die sozial-medizinischen Verhältnisse weiterhin katastrophal. Da gründete eine Gruppe von 6 Frankfurter Ärzten eine Armenklinik, und Heinrich Hoffmann gehörte zu ihnen.

Die Armenklinik begann 1834 ihre Arbeit. Es wurden Räume angemietet und für 10 Kranke hergerichtet. Mittwochs und samstags fand 2 Stunden lang eine unentgeltliche Sprechstunde statt. Außerdem musste jeder der Ärzte in einem Dorf der Umgebung mehrmals in der Woche die Hausbesuche machen.

Das Leichenhaus in Sachsenhausen

Die Toten wurden damals außerhalb der Stadt beigesetzt. Sachsenhausen gehörte noch nicht zu Frankfurt. Hoffmann bekleidete dort eine amtliche Stelle und hatte die Toten vor der Beerdigung zu besichtigen.

Die Senckenbergische Anatomie

Der anatomische Unterricht für Wundärzte erfolgte seit dem 17. Jahrhundert unter unwürdigen Bedingungen, zunächst im Pestilenzhaus der Stadt und dann in einer angemieteten Anatomie-Kammer im Gasthof zum Elephanten. Im Jahre 1768 wurde das Anatomische Institut des berühmten Johann Christian Senckenberg gegründet. Es war 1772 noch nicht einmal ganz fertiggestellt, da erfolgte schon erste offizielle Sektion. Obduziert wurde der Leichnam von Senckenberg, der durch einen tragischen Unfall bei Besichtigung der Bauarbeiten des Instituts ums Leben gekommen ist.

Abb. 5. Senckenberg´sche Anatomie in Frankfurt anno 1772

Im Jahre 1845 übernahm Hoffmann die Leitung der Senckenbergischen Anatomie.
Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Lehre der pathologischen Anatomie. Er führte jährlich 200 Sektionen durch. Aber sein Wunsch blieb es, eine ganztägige Stelle in einem Krankenhaus zu übernehmen. Hier stand in absehbarer Zeit nur die Irrenanstalt in Aussicht. So beschäftigte sich Hoffmann im Besonderen mit der Anatomie und Pathologie des Gehirns.

Die armen Irren

In der Menschheitsgeschichte war es das Anliegen aller Gesellschaften, die vernünftigen Bürger vor den Irren zu schützen. In der Neuzeit wuchs die Anzahl der geistig Verwirrten durch die Verstädterung zu einer Massenerscheinung an. Die Harmlosen wurden mit anderen Kranken in den Spitälern untergebracht und die Mindergefährlichen in Anbauten des Hospital mit Einzelzellen eingesperrt. Die gefährlichen Geisteskranken aber schleppte man vor die Stadttore und sperrte sie dort in die Narrenkäfige ein. Sie mussten bei Passanten um Nahrung betteln. Narrenkäfige gab es in Frankfurt seit 1572 auf den öffentlichen Plätzen. Die Einsperrung erfolgte auf Zeit und zum Vergnügen der vorbeigehenden Menschen.

Damals entstand auch der Ausdruck „Narrenschiff“. Gegen Bezahlung wurden die Verwirrten mit einem Flussschiff weit weg von der Stadt mitgenommen und einfach ausgesetzt. Das war auch im Frankfurt des 15. Jahrhunderts so die Sitte.

Um das 17. Jahrhundert wurden die Leprosenhäuser und die Pesthäuser nicht mehr gebraucht, die Epidemien blieben aus. Jetzt brachte man hier die Irre und Narren zusammen mit Landstreichern, Dirnen und Waisenkindern unter.

Bei einer akuten Tobsucht gab es verschiedene Methoden der Fesselung, in einer Zwangsjacke, im Zwangsstuhl oder mit festen Bettgurten. Das Pallisadenzimmer und die Gummizelle waren nach allen Seiten mit Holz oder Gummi ausgekleidet, hatten keine Fenster, kein Mobiliar, so dass sich der Tobende nicht verletzen konnte.

Das Tollhaus in Frankfurt

In jeder größeren Stadt entstand schließlich ein eigenständiges Narrenhaus. In Frankfurt errichtete der Allgemeine Almosenkasten 1564 ein Gefängnis für die Geisteskranken in einem Speicher. Die Umstände waren katastrophal. Im Hinterbau befanden sich 5 sehr ungesunde Behältnisse, auch Carcer genannt, in denen 5 Wahnsinnige lebten. Jeder Behälter hatte eine Wohnfläche von 6 m2. Erst im Jahre 1785 entstand ein neuer Bau, das Kastenhospital, das für 70 Geisteskranke vorgesehen war.

Heinrich Hoffmann und die Anstalt für Irre und Epileptische

Neben dem Kastenhospital für Irre entstand 30 Jahre später eine Anstalt für Epileptische, und beide wurden 1834 als Anstalt für Irre und Epileptische vereinigt. Heinrich Hoffmann erhielt 1851 die Leitung. Als er die Stelle antrat, hatte er noch nie eine Irrenanstalt betreten. Aber irgendwelche Vorkenntnisse oder Ausbildungen waren damals für diese Position auch nicht erforderlich. Warum Hoffmann aus seinem Umfeld der bisherigen Tätigkeit ausbrach und die Anstalt überhaupt übernommen hat, ist letztendlich ungeklärt. Offensichtlich waren es humanitäre Motive. Er schrieb: Ich bin nunmehr in eine definitiv ärztliche Stellung hineingerathen, alles andere war ja bis dahin nur Propädeutik. Ich habe ein Hospital, wo ich nicht viel zu verschreiben brauche, viel, sehr viel zu beobachten habe, und dabei Gelegenheit finde, den mir einmal von Gott eingeprägten Hang freundlich mit meinen Mitgeschöpfen zu verkehren in vollem Maße nachleben zu können. Ich bin Arzt am Irrenhause dahier. Ich finde hohe Befriedigung in diesem Berufe“.

Die Verhältnisse in Frankfurt

Die Anstalt für Irre und Epileptische war hoffnungslos überfüllt. Dadurch fehlte es an allem, an Schlafplätzen, Toiletten, Essen und Trinken. Es gab nur eine einzige Badestube, die noch dazu als Waschküche und Sektionsraum genutzt werden musste. Ein Freund von Hoffmann, der Arzt Ludwig Kramer, beschrieb die Zustände 1835 folgendermaßen: „Die Irrenanstalt, verbunden mit einer Heilanstalt für Epileptische, ist unter aller Würde schlecht. Männer und Frauen, Irre und Epileptische, Tolle und Melancholische, alles läuft bunt durcheinander herum in schmutzigen unangenehmen Anzügen. Die Gemächer für Tolle ähneln mehr Schweineställen als Gemächern für unglückliche Kranke; die Luft ist verpestet. Um die Kranken in ihrem Wahnsinn vor Verletzungen zu sichern, ist gar keine Anstalt getroffen; die einzige Sorge scheint gewesen zu sein, sie möglichst fest einzusperren. Ihre Fenster gehen nach dem Hof der anderen heraus, und selbst der Wärter erlaubt sich, den einen Kranken zu reizen, um sich an den Ausbrüchen seiner Wut zu ergötzen. Pfui der Schande, so mit den unglücklichen Geschöpfen umzugehen!“

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann sich im westlichen Europa die Einstellung der Öffentlichkeit zur Irrenanstalt und ihren hilflosen Bewohnern zu ändern. Nach und nach drang die Einsicht durch, dass es ich beim Irrsinn um eine Krankheit handelt. Es ging nunmehr um die Heilung dieser Patienten. In den europäischen Großstädten entstanden die ersten psychiatrischen Kliniken.

Aber in Frankfurt ist die Anstalt für Irre und Epileptische dem Zuge der Zeit nicht gefolgt, sie ist im Mittelalter stehen geblieben. Der Kranke wurde dem Irrenhause übergeben, dann von den Angehörigen gemieden und schließlich vergessen.

Planung des Neubaus

Gleich nach dem Antritt der neuen Stelle 1851 betrachtete Heinrich Hoffmann einen Neubau der Anstalt für Irre und Epileptische als sein Lebensziel. Zunächst führte er ausgedehnte Bildungsreisen durch, um sich über die Arbeitsbedingungen in anderen Anstalten zu informieren. Da fielen die Mängel in Frankfurt ganz besonders auf. Vor allem fehlte es an Platz für die Unterbringung nach Geschlechtern und nach Schweregraden der Krankheit sowie für eine zweckmäßige Therapie. Insbesondere die aktuelle Wasserbehandlung konnte nicht angewendet werden. Hoffmann schreibt: „So findet sich der Heilbare genötigt, in Gesellschaft des Unheilbaren zu leben, und vielleicht mit Schaudern zu erfahren, daß dieser seit 10, 20, ja 30 Jahren diesen Unglücksort bewohnt. Wie soll da der Lichtstrahl der Hoffnung in die zagende Seele leuchten können?

In der Standortfrage setzte sich Hoffmann für eine Lage außerhalb der Stadt im Grünen ein. Das Affensteiner Feld im Frankfurter Norden erwies sich bestens geeignet.

Hoffmann bemühte sich um die Finanzierung mit einem Appell an die Frankfurter Spendenfreudigkeit, denn vom Stadtsäckel war kein Geld zu erwarten. Schon bald hatte die erforderlichen Baukosten beisammen.

Bei der Legung des Grundsteins in die Schwelle der neuen Klinik hielt Hoffmann eine bemerkenswerte Rede: „Die Schwelle eines Hauses ist die Grenze zweier Reiche, hier begegnen sich zwei Geister: In dem Hause der Geist der Familie, der stillschaffenden Liebe, draußen der Geist des Strebens, der rastlosen Arbeit. Gerade auf diejenigen, die hilfesuchend in trostloser Trauer oder in schrankenloser Aufregung hier eintreten, gerade auf sie mag es noch besondere Anwendung finden; sind es doch zum großen Theil solche, die im Strom des Lebens fortgerissen wie hilflose Schiffbrüchige hier strandeten. Hier soll der Geist der sorgenden Liebe und der tröstenden Milde sein.

Im Mai 1864 traten die ersten Kranken ein. Hoffmann war inzwischen 55 Jahre alt geworden.

Abb. 6. Anstalt für Irre und Epileptische in Frankfurt anno 1864

Die neue Psychiatrie

Hoffmann hat die Prinzipien der ärztlichen Therapie in seinem Buch Beobachtungen und Erfahrungen über Seelenstörung und Epilepsie anno 1859 zusammengefasst. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es über die Ursache der Geisteskrankheiten zwei Richtungen unter den Ärzten. Die Psychiker glaubten an eine primäre Erkrankung der Seele, die Somatiker dagegen an morphologische Veränderungen des Gehirns. Hoffmann zählte zur letzteren Gruppe. Er führte bei jedem Verstorbenen eine Sektion durch (insgesamt 73), um den Ursprungsort der Krankheit im Gehirn zu suchen.

Hoffmann folgte den Grundsätzen der modernen Psychiatrie, wie sie in Deutschland von Wilhelm Griesinger (1817-1868) vorgegeben waren. Die Untersuchung des einzelnen Patienten am Krankenbett galt als Grundlage der Diagnostik. Am wichtigsten in der neuen Psychiatrie aber war die Einführung der Gesprächstherapie und vor allem des No-restraint-Systems. Damit wurden die Zwangsmittel wie Zwangsjacke und Narrenstuhl abgeschafft. Aber noch immer mussten die Patienten bei den therapeutischen Anwendungen viel erleiden.

Abb. 7 Anwendung der Sturzbäder im Rahmen der No-Restraint-Therapie. Der Kranke erhielt in einer Sitzung bis zu 150 Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf geschüttet.

Die Beschreibung eines klinischen Falles vermittelt am besten einen Eindruck vom Hoffmann´schen Lehrbuch. Es handelte sich um ein 24-jähriges Mädchen, das gestohlen haben soll. Bei der polizeilichen Untersuchung bekam die junge Frau einen heftigen Krampfanfall. Man dachte natürlich zunächst, dass sie sich verstellt. Im Krankenhaus hielt man sie für tuberkulös. Sie kam wieder ins Gefängnis zurück, und hier traten die Krämpfe mit gewaltiger Macht auf. Es heißt im Text: Sie wälzt sich, schlägt den Kopf auf, schlägt mit den Armen um sich und wird ellenhoch in die Höhe geschleudert. Die Gewalt  war dabei so groß, daß ich und der Verwalter kaum imstande waren, die am Boden Liegende an den Schultern festzuhalten. Nachdem der Anfall bei meist gänzlicher Besinnungslosigkeit ungefähr 5 bis 19 Minuten gedauert hat, endet er mit einem ziemlich starken Opisthotonus, der allmählich in Erschlaffung und in einen kurzen Halbschlummer übergeht. Während der Anfälle läuft der Kranken öfters viel Speichel mit Blut gemischt aus dem Munde. Obgleich die Kranke eine durchtriebene und liederliche Person war, so waren dennoch die Anfälle derart, daß von Simulation keine Rede sein konnte“. Wie ging die Geschichte aus? Hoffmann empfahl, von weiteren Gerichtsverhören abzusehen. Aber die Staatsanwaltschaft wollte sie von der Polizei abholen lassen. „Sobald der Polizeibeamte erschien, brachen die Krämpfe auf der Stelle in doppelter Gewalt wieder aus“. Von einer weiteren Strafverfolgung wurde nunmehr abgesehen, und die junge Frau konnte nach Hause entlassen werden.

Nach Gründung der Frankfurter Universität im Jahre 1914 wurde die Irrenanstalt in Städtische und Universitätsklinik für Gemüts- und Nervenkranke umbenannt. Sie zog 1930 in einen Neubau nach Niederrad in die Heinrich-Hoffmann-Straße um.

Abb. 8. Heinrich Hoffmann 5 Monate vor seinem Tod. Porträt von Eugen Klimsch

Ruhestand

Vom Jahre 1888 an zog sich Heinrich Hoffmann nach und nach aus dem beruflichen Leben zurück. Er bat beim Städtischen Magistrat um die Entlassung und zog aus seiner Klinik in die Wohnung Grüneburgweg 95 um. Dort bewohnte er zwei Etagen mit 10 Zimmern und konnte er sich ganz der schönen Literatur zuwenden. Bis kurz vor seinem Tode blieb er im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte. Er starb am 20. September 1894 im Alter von 85 Jahren.


Literaturverzeichnis

Literatur beim Verfasser


zum Anfang

zurück